1. April 2025 /

Katrin Fleischmann

Autor des Monats – Wilhelm J. Krefting

Blogbeitragsbild zum Interview mit Wilhelm J. Krefting mit Autorenfoto

10 Jahre tolino media  Oldies but Goldies

Im Jahr 2025 feiern wir 10 Jahre tolino media und damit auch 10 Jahre tolle Autor*innen und wunderbare Bücher! In unserer Reihe „Autor*in des Monats“ möchten wir daher dieses Jahr ‚altebekannte‘ Autor*innen ins Rampenlicht stellen, die mit uns gemeinsam die letzten Jahren den Weg beschritten haben. Jeden Monat kehrt ein*e Autor*in noch einmal als Autor*in des Monats zurück und wirft mit uns einen Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft. Freut euch auf bekannte Gesichter und neue Lektüre!

Von Beginn an dabei: Wilhelm J. Krefting

Wilhelm J. Krefting ist für seine packenden Krimis und Thriller bekannt, die die Leser*innen von der ersten bis zur letzten Seite fesseln. Im Interview erzählt er uns unter anderem, welche Ratschläge er seinem jüngeren Autoren-Ich geben würde und was ihn an Krimis besonders reizt.


Du hast unter anderem Journalistik studiert – wie beeinflussen deine journalistischen Erfahrungen deine Herangehensweise als Autor? Welche Aspekte übernimmst du aus deinem Studium?

Das ist eine spannende Frage, da mich meine Erfahrungen als Journalist und das Studium überhaupt erst zum Schreiben meines ersten Romans inspiriert haben. Konkret geht es um das Buch „Am siebten Tage sollst du sterben.“ Ich hole mal etwas aus. Als ich bei der Rheinischen Post in Mönchengladbach gearbeitet habe, gab es dort eine islamistische Vereinigung, die eine Islamschule aufbauen wollte. Wir von der Presse haben natürlich darüber berichtet, wie es unsere Pflicht ist – und das auch kritisch. Das hat dieser Gruppe nicht gefallen. Sie hat langsam angefangen, Druck auf uns aufzubauen, und das artete irgendwann in Anrufe mit Morddrohungen aus. Der Verlag hat sehr gut reagiert und uns Sicherheitsleute zur Verfügung gestellt, die uns zum Beispiel nach Feierabend zum Auto gebracht haben. Es gab natürlich Gespräche, ob wir die Berichterstattung einstellen – aber wir waren uns alle einig, dass wir uns da nicht beeinflussen lassen. Mit diesem Erlebnis war der Kern der Geschichte meines ersten Buches geboren. Den Schauplatz lieferte ein Praktikum in Berlin. Ich habe vor einigen Jahren nämlich im Bundestag hospitiert. Außerdem bin ich für das Buch mehrmals nach Berlin gefahren und habe mir an den Orten, die eine Rolle spielen, Inspiration geholt.

Die Initialzündung kam dann durch ein simples Ereignis: Ich erinnere mich, dass ich irgendwann in Berlin an der Spree saß. Da spielte sich eine dem Buch­ende sehr ähnliche Szene ab: Ein Schiff fuhr durch den Spreebogen, und weil es wohl ein bisschen zu groß war, donnerte es gegen die Spundwand. Da habe ich gedacht: Der Bundestag betreibt so großen Aufwand, um terrorsicher zu sein, aber wenn jemand über das Wasser einen Anschlag plant, ist da eine Sicherheitslücke. Das war das Ereignis, um das sich die ganze Geschichte spinnt.

Aber ihr habt auch nach der Herangehensweise gefragt. Natürlich lernt man als Journalist, wie man Geschichten recherchiert und sie so aufbereitet, dass sie die Leser*innen fesseln. Das ist für ein Buch natürlich unerlässlich.

Die Recherche spielt eine zentrale Rolle in deinem Schreibprozess. Wie gehst du dabei vor? Wo beginnst du und wo ziehst du die Grenze? Welche Quellen sind für deine Arbeit unverzichtbar?

Wenn ich ein Buch schreibe, beginnt alles meistens mit einer einzigen Idee, um die sich die ganze Geschichte spinnt. Danach fange ich an zu plotten, entwerfe Charaktere und suche mir den Schauplatz aus. Natürlich ist die Online-Recherche dabei unverzichtbar. Übrigens auch, wenn es um Schauplätze geht, die mir nicht so vertraut sind. Dann greife ich auch schon mal auf Google Maps zurück, um mir die Orte genau anzuschauen. Das macht die Bücher umso realistischer. Absolut unverzichtbar sind jedoch Gespräche mit den Menschen. Ein großer Teil aller Ideen, die ich habe, sind inspiriert durch die Erlebnisse und Geschichten, die ich in Unterhaltungen mit anderen Leute aufschnappe. Auch das ist eine Parallele zu meiner früheren Tätigkeit als Journalist.

Was würdest du deinem jüngeren Ich sagen, wenn du noch einmal mit der Veröffentlichung deines ersten Romans beginnen könntest? Gibt es etwas, das du heute anders machen würdest?

Ich würde meinem jüngere Ich vermutlich sagen, dass es noch konsequenter schreiben soll. Mein erster Roman hat bis zur Fertigstellung rund 5 Jahr gebraucht. Heute geht das bedeutend schneller. Aber ansonsten würde ich alles noch mal genauso machen. Es ist halt auch eine schöne Erfahrung, schrittweise immer professioneller vorzugehen und sich eine Fanbase aufzubauen. Das gehört dazu.

Du hast bereits mehrere Sammelbände veröffentlicht – Sammelbände bieten eine interessante Vielfalt an Geschichten. Wie entscheidest du, welche Erzählungen in einen Sammelband gehören?

Ich fasse in der Regel nur verschiedene Bände derselben Serie in Sammelbänden zusammen. Da fällt die Entscheidung eigentlich immer ganz leicht 😊

Warum hast du dich für das Genre Krimi / Thriller entschieden und was fasziniert dich besonders daran?

Ganz einfach: weil ich selbst am liebsten Krimis lese. Deshalb gehe ich auch mit derselben Leidenschaft wie beim Lesen an das Schreiben heran. Und die Leserinnen und Leser merken das auch, wenn man einen Text mit Herzblut erstellt. Oft ist das so, dass ich beim Schreiben selbst noch nicht zu 100 Prozent weiß, wo die Geschichte hinführt und wie sich die Figuren entwickeln. Dann ist es so, dass ich unbedingt schreiben möchte, um selbst zu wissen, was passiert. Es klingt ein bisschen verrückt, aber ab einem gewissen Punkt entwickelt die Geschichte eine Eigendynamik, die ich als Autor nur noch beobachtend steuere und in Richtung meines gewünschten Endes lenke.

Was hält die Zukunft für dich bereit? Hast du bereits Pläne für kommende Projekte, die du mit uns schon teilen kannst?

Natürlich habe ich verschiedene Thriller-Ideen im Kopf, die ich unbedingt umsetzen möchte. Allerdings ist es auch ein Traum von mir, einen Science-Fiction-Roman umzusetzen. Die Idee dafür schwirrt mir schon länger im Kopf herum. Mal sehen, wann ich dafür die Zeit finde.

Happy Birthday-Videobotschaft von Wilhelm J. Krefting:

Weitere Informationen zu unserem Autor des Monats Wilhelm J. Krefting findet ihr auf Facebook.

Hier findet ihr unsere Autorin des Monats März: Inka Loreen Minden

Geschrieben von

Katrin Fleischmann

Katrin studierte Germanistik in München. Bei tolino media ist sie als Content & Author Relations im Bereich Marketing, Social Media und Support tätig.

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